Texte

Good News

Das Leben in Zeitraffer. Der Realismus das – Die Zeit – für dich immer auf einmal zu Ende sein kann. Dankbar, Tag ein, Tag aus. Leg dich hin, genieße was du hast.

It aint that bad, it could be worse.

Jahreszeiten ändern sich und du wirst mitgerissen. Keine Angst, nicht mal vor dem Tod. Es gibt so viele Seiten, aber auch immer noch eine ganz andere Seite. Ein Pilz auf dem Weizen, eine schmerzvolle Nacht, mit einer Hand voll dem, was man nie zu brauchen dachte. Ich habe bereut und jetzt merke ich, wie egoistisch das ist. Man will perfekt sein, anerkannt werden, aber am Ende des Tages ändert das nichts. Wir sind alle ungleich gleich. Ich will sagen, was ich weiß, aber ich werde nie der Einzige sein.

Manchmal ist man sich selbst nicht wichtig, aber für jemanden anderes bist du es, selbst wenn du es nicht weißt. Ich zereiße ein Blatt Papier in viele Stücke und werfe es in den Wind. Und wenn du ein Fetzen findest, dann ist das Vertrauen, aber trotzdem nicht Ich. Gute Nachrichten, schlechte Nachrichten. Egal was passiert, es ist nur wichtig was du tust. Du kannst – Die Welt in deiner Handfläche halten – und sie kann trotzdem runterfallen. Es ist Nichts unmöglich. Aber du bist nicht Atlas, etwas fallen zu lassen ist in unserer DNA. Mensch sein, die Kunst des Scheiterns oder die Blasphemie sich selbst nicht zu mögen. Man hat alles aber es fühlt sich nie genug an.

Wer das eine hat, dem fehlt vielleicht trotzdem das andere. Zufrieden sein ist Glück. Aber Glück ist mehr als zufrieden sein. Seine eigenen Gedanken stoppen, weil man denkt sie würden sich nur verirren. Schicht über Schicht. Glück ist Verstehen, aber ich verstehe das alles nicht, bin trotzdem zufrieden. Im Kreis treiben, deine Welt, tiefgründig denken aber erkennen, das es keine Tiefgründigkeit gibt. Es wäre langweilig, wenn alles leicht wäre. Die Last des Lebens, oder eher dass, was das Leben eigentlich ausmacht.

Ich verstehe dich, obwohl wir uns gar nicht kennen.

Veröffentlicht im Worttagebau 2020

Ich bin müde, eigentlich,..oder Melancholy rises.

Die Melancholie zerreißt mir den Himmel. Die Gedanken fließen mir durch meine Gliedmaßen. Der Tatendrang will mich hinfort ziehen, doch er schafft es nicht. Die Wolken legen sich leicht vor den leuchtenden Mond. Ich bemerke, dass die Laterne flackert. Ich frage mich, ob das alles Etwas zu bedeuten hat. Mein Kopf sagt mir, dass es hässlich ist, doch meine Augen sehen, dass es schön ist. Ich frage mich, ob sie an mich denkt, wenn sie Musik hört oder kurz bevor sie sanft einschläft. Bedeute ich ihr was, bin ich wichtig für sie? Meine Beine sind schwer, doch sie tragen mich. Ich hoffe es bleibt für immer, denn es fühlt sich an, als hätte man was erlebt, dieses eine Mal. Ich frage mich, was passieren wird, wenn sie irgendwann nur noch ein Weg ist, eine Erinnerung. Zehntausend Kilo Gold werden erst dann problematisch, wenn sie weg sind. Sie schaut mich an und mein Herz hört kurz auf zu schlagen, als ich ihr wunderschönes Gesicht im flackernden Laternenlicht sehe. Alles hat ein Ende, aber nur äußerlich. Wenn sie mal weg sein sollte, ist es nicht zu Ende, denn sie wird immer in meinem Herz bleiben.

Für immer klingt so naiv, aber naiv sein, ist unglaublich schön, weil es eine Hoffnung gibt. Die Wolken geben den Mond frei und er beleuchtet den vor uns liegenden See. Plötzlich muss ich daran denken, dass es vielleicht der Anfang einer wunderschönen Zeit ist. Eine Zeit voller Geborgenheit, Liebe und verzweifelter Nähe. Ich will nicht, dass sie geht. Ich möchte die Nacht mit ihr unsicher machen. Dieses Gefühl – etwas erlebt zu haben, soll nicht vergehen. Es fühlt sich an, als hätten wir nur uns. Nur wir zwei gegen die Welt. Alles was sie tut, ist von einer unbeschreiblichen Schönheit geprägt. Alles was ich will, ist ihre Zeit mit meinem Dasein verschwenden.

Ich habe meinen Freunden von ihr erzählt und sie haben gefragt, ob sie mich liebt und ich hab gesagt, dass ich es nicht weiß. Ich überlege, ob ich so etwas Wunderbares verdient habe, aber mittlerweile weiß ich, das auch jedes Biest, das Schöne braucht. Sie macht aus mir jemand Anderen, jemand Besseren. Sie schafft es, das ich mich sekündlich neu in sie verliebe. Wenn sie geht, geht sie mit meinem Herz, und ich kann und will nichts dagegen tun, weil sie die einzige Person ist, die mein Herz verdient.

Veröffentlicht in „WEISS/SCHWARZ“, dem neuen Gedichtband meiner Mutter Beatrice Voigt erschienen 2019 im IDEA-Verlag
ISBN 978-3-88793-243-5
. Die Bilder sind von meinem Vater Volker Voigt.